Das Brauhaus/Historie


Der "Neue Marstall" des Fürsten von Thurn und Taxis

Vorgeschichte
Im Jahr 1748 zog Fürst Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis als neuer kaiserlicher Repräsentant am Reichstag in Regensburg ein. Der alte Wohnort Frankfurt wurde aufgegeben, der gesamte Hofstaat nach und nach in die alte Donaustadt verlegt. 1812, nachdem die Freie Reichsstadt Regensburg an das junge Königreich Bayern gefallen war, bot König Max I. Joseph das ehemalige säkularisierte Benediktinerkloster St. Emmeram Fürst Karl Alexander von Thurn und Taxis als zukünftige Residenz an. Noch im gleichen Jahr zog die fürstliche Familie in den über 500 Räume zählenden Gebäudekomplex. Und noch im gleichen Jahr begannen berühmte Architekten und Baumeister mit der Umgestaltung des altehrwürdigen Klosters in eine moderne Residenz, die den Wohn- und Repräsentationsansprüchen einer der bedeutendsten europäischen Adelsfamilien entsprach.

Der "Alte Marstall"
Zu diesen Bedürfnissen gehörten Raumfluchten mit Salons und privaten Wohnräumen, Festsäle und Weinkeller. Zu den wichtigen Repräsentationsbereichen eines Schlosses gehörte auch der Marstall, die „Garage“. Pferde und Kutschen waren für einen hochadeligen Hof, der dem kaiserlichen nachempfunden war, unerlässlich. So ließ Fürst Maximilian Karl in den Jahren 1829-1832 durch den königlich-bayerischen Baumeister Jean-Baptiste Métivier den Marstall für sein Schloss St. Emmeram errichten. Dieser beindruckende Bau besteht aus zwei Stallflügeln für die Boxen von bis zu 80 Pferden, dazu Kutschen, Schlitten und Sänften sowie der 600 m2 großen Reithalle. In den Werkstätten fertigten und reparierten fürstliche Marstallbeamte unter der Leitung des Hofmarschalls Galageschirre und Reitzubehör für die aufwändige Pferdehaltung der Thurn und Taxis. Heute ist darin das Marstallmuseum mit über 60 Fahrzeugen untergebracht.


Der "Neue Marstall" heute Fürstliches Brauhaus
Unter Fürst Albert I. war der Bedarf an Pferden und Kutschen stark angewachsen. Die bis zu 100 Pferde, 80 Kutschen und dazu rund 15 Exemplare des „neumodischen“ Automobils sprengten die Möglichkeiten des alten klassizistischen Marstalls, ein Neubau wurde erforderlich. So errichtete der fürstliche Baumeister Max Schultze zwischen 1906 und 1911 den Neuen Marstall mit hochmoderner Ausstattung. Ein Marstall-Amtsbüro lag im ersten Geschoss, ebenerdig waren die Stallungen mit 85 Ständen und Boxen angeordnet. Für das Wohlempfinden der wertvollen Pferde sorgte eine „Jauche-Ableitung, Wasserspül- und Ventilationsvorrichtung...so daß die Luft sowohl als auch die Temperatur im Stalle allen Anforderungen genügen...“. Eine Schmiede, eine Reparaturwerkstätte und eine Waschhalle sowie Garagen für die Autos fanden ebenso Platz wie Wasch- und Umkleideräume für die Marstallbediensteten, Kutscher und Chauffeure. Ein elektrischer Aufzug verband drei Stockwerke des Gebäudes. So konnten die Kutschen problemlos in die Wagenhalle des ersten Stockes oder des Kellers transportiert werden. Im Keller waren die Nutz- und Arbeitsfahrzeuge, im Erdgeschoss die ständig im Gebrauch befindlichen Stadt- und Jagdkutschen und im Obergeschoss die nur zu großen Auffahrten genutzten Prunk- und Galawägen untergebracht. Den nördlichen Teil des Innenhofs im Neuen Marstalls schließlich überwölbte Max Schultze 1912 mit einer imposanten Glas-Stahl-Konstruktion. Unter diesem Dach konnte das Einspannen im Trockenen vorgenommen werden.
Nach dem Ersten Weltkrieg reduzierte man aus Kostengründen den Marstallbetrieb weitgehend. Und obwohl Kaiser Wilhelm II. behauptete, „ich glaube an das Pferd, das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung“, war die Zeit der Kutschen vorüber, das Zeitalter des Automobils war gekommen. Mit der endgültigen Auflösung des Marstallamtes im Jahr 1935 endete die fürstliche Pferdehaltung in Schloss St. Emmeram. Lediglich einige Reitpferde für den privaten Gebrauch wurden beibehalten. Das Gebäude des Neuen Marstalls erhielt schnell eine neue Funktion: Fürst Albert etablierte hier noch 1936 das erste Kutschenmuseum in Deutschland! Knapp 30 Jahre später zog das Museum in den ehrwürdigen Alten Marstall um, dort ist es bis heute zu besichtigen.
Die Kutschenhalle des Neuen Marstalls erhielt im Jahr 2005 mit dem Fürstlichen Brauhaus einen neuen Bewohner.
(Copyright: Peter Styra, 2007)

Verbinden Sie Ihren Aufenthalt im Brauhaus mit einem Besuch der Fürstlichen Museen, wir freuen uns auf Sie!

Fürstliches Schloss und Kreuzgang von St. Emmeram

Marstallmuseum

Fürstliche Schatzkammer
(Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums)

Fürst Thurn und Taxis Museen
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